Abbestellt. Es hat sich ausgedünkelt.

Abbestellt. Es hat sich ausgedünkelt.

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Zum Abpfiff in den Zeitzer Stadtwerken

von Reiner Eckel

Ende eines Spiels, das keines ist. Einstimmig haben die Gesellschafter der Zeitzer Stadtwerke deren Geschäftsführer samt Aufsichtsratschef abberufen. Schriller Abpfiff mit sofortiger Wirkung. Ende der Spielzeit für Andreas Huke und seinen Aufsichtsratschef Dr. Volkmar Kunze.

Ohne die Gründe der Abberufung zu kennen oder sie wissen zu wollen – warum erschreckt mich das nicht? Weil dieser Abpfiff auch einem Rückpfiff gleichkommt. Einen Rückpfiff vom Dünkel. Einem Dünkel, der mich lange Zeit erzürnen, später aber nur noch amüsierten konnte.

Kleinstädtische Realsatire, wenn du an einem Bauzaun am Zeitzer Brühl auf einem Großtransparent liest „Wir bauen für Sie“ und im Porträt nicht etwa der Bauarbeiter oder ein zufriedener Kunde sondern der Geschäftsführer höchstselbst auf dich herunter strahlt. Mit Schutzhelm versteht sich. Nicht das einzige Plakat und nicht der einzige Ort von dem aus in schöner Regelmäßigkeit er nicht milde herunter gelächelt hätte.

In allen nur denkbaren Formaten, zu allen nur denkbaren Gelegenheiten an allen nur denkbaren Orten: ICH, Andreas Huke. Als Kunde der Zeitzer Stadtwerke darf ich doch schon mal die Notwendigkeit einer derartigen PR-Maschinerie hinterfragen. Daseinsvorsorge mal anders. Vom Geld des Kunden. Dünkel, anders kann ich das nicht bezeichnen.

Dazu passt die Tatsache, dass sein Aufsichtsratschef im Amt blieb, obwohl er nach dem Verlust des OB-Mandats funktional keine Verbindung mehr zur Stadt hatte. Was juristisch nicht anfechtbar ist muss längst nicht richtig sein. Was für Menschen mit Anstand kein Problem wäre, für diese Männer ist es eines. Huldigt ihnen niemand, so huldigen sie sich selbst. Das nenne ich Dünkel. Bis zum Abpfiff.

Quelle: zeitzonline.de